Wie alles begann...

Was im Jahr 2005 als ambitioniertes Pilotprojekt begann, ist mittlerweile zu einem erfolgreichen Selbstläufer geworden. Jedes Jahr veranstaltet die Bürgerstiftung Nürnberg in den Sommerferien ein "Sommercamp", das inzwischen zu einem festen Bestandteil im Sommerferienprogramm der Stadt Nürnberg geworden ist.

Es findet zweiwöchig jeweils im Ferienmonat August an einer Nürnberger Schule statt. Dabei handelt es sich um ein außerschulisches Bildungsangebot für sprachlich und sozial benachteiligte Kinder. Ziel ist die sprachliche und soziale Förderung der Kinder mit sehr unterschiedlichen kulturellen Hintergründen im Rahmen einer interdisziplinären Projektarbeit. Studentische Lehrkräfte betreuen ganztags jeweils eine Schülergruppe von ca. 10 Kindern. Für diese Aufgabe werden die Studierenden der Friedrich-Alexander-Universität in einer semesterbegleitenden Lehrveranstaltung im Fach DiDaZ (Didaktik Deutsch als Zweitsprache) ausgebildet (Info der FAU-DiDaZ aus 2017).

Am Ende jedes Sommercamps bietet eine Präsentation mit Musik, Theater und Tanz allen Interessierten Gelegenheit, live und hautnah mitzuerleben, was die Kinder gelernt haben und was das Sommercamp zu einem besonderen Erlebnis macht.

Bilder verschiedener Sommercamps der zurückliegenden Jahre

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Das Sommercamp fand vom 30. Juli bis zum 10. August 2018 im Martin-Behaim-Gymnasium für Kinder von 08 – 12 Jahren statt. Zielgruppe waren Kinder

  • mit Deutsch als Zweitsprache, sowohl Sprachanfänger (Seiteneinsteiger) als auch in Deutschland geborene (Deutsch-als Zweitsprache-Lerner),
  • aber auch an Kinder mit Deutsch als Erstsprache.

Die Sprachförderung der teilnehmenden Kinder steht auch im Fokus der Ausbildung der studentischen Lehrkräfte, die alle an der Friedrich-Alexander-Universität Deutsch als Zweitsprache studieren. Die Studierenden wurden im Sommersemester speziell für das Sommercamp ausgebildet.

In diesem Jahr waren es 40 Kinder aus 15 Nationen, die von 10 studentischen Lehrkräften unter sachkundiger Anleitung betreut und individuell gefördert wurden. Gemeinsam spielerisch Deutsch lernen, den Wortschatz erweitern, Schreiben und Lesen verbessern. Für einige Kinder war es auch der erste Kontakt mit einer neuen Sprache und für die meisten waren es auch neue Kontakte zu anderen Kindern.

Jedesmal steht das spielerische Lernen unter einem besonderen Motto. Diesmal lautete es  “Reise um die Welt”. Das Rahmenthema führte die teilnehmenden Kinder und ihre Lehrkräfte in die Ferne. Zu entdecken gab es - vielleicht noch - unbekannte Länder und mit deren Vielfalt an Sprachen.  

Das Abschlussfest machte deutlich,  mit welcher Freude und Wissbegierde die Kinder diese beiden Wochen erlebt hatten. Viele verabredeten sich schon für das Sommercamp 2010.

Fröhliches Treiben auf dem Camp!

Wie auch in den vergangenen Jahren lag die Durchführung in den bewährten Händen der FAU Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Didaktik des Deutschen als Zweitsprache/ Department Fachdidaktiken (DiDaZ). In diesem Jahr waren mit dabei:

  • 10 DiDaZ-Studierende,
  • 3 Hilfskräfte und
  • 1 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrstuhls, gleichzeitig in der Funktion der pädagogischen Leitung des Sommercamps.

Alle planten gemeinsam für das diesjährige Rahmenthema "Musik liegt in der Luft" Unterrichtsentwürfe und erstellten Materialien rund um das Thema. Sprachsensibel wurden Unterrichtseinheiten zur Liedeinführung, zur Bewegung zu Musik und zur Liedbegleitung mit (selbstgebastelten!) Instrumenten erarbeitet und mit sprachlich-grammatikalischen Inhalten verknüpft.

Über 40 Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren kamen am ersten Ferientag zum Martin-Behaim-Gymnasium, um in den kommenden zwei Wochen am Sommercamp teilzunehmen. Das Sommercamp richtet sich vor allem an Kinder mit Deutsch als Zweitsprache und bietet ihnen auch in den Sommerferien eine spielerisch gestaltete, motivierende und sprachlich anregende Lernumgebung.

Alle Kinder begaben sich auf eine spannende Reise in die Welt der Töne, Klänge und Rhythmen und konnten dabei spielerisch zusätzlich noch die deutschen Sprachkenntnisse verbessern bzw. vertiefen.

  • Die Kinder erfuhren, wo uns Musik im Alltag und der Natur begegnet.
  • Es wurde gesungen und getanzt.
  • Man konnte Instrumente kennenlernen und sie ausprobieren.

Für die Studierenden bietet das Sommercamp eine hervorragende Chance, bereits während des Studiums umfassende Unterrichtseinheiten zu planen, eigenverantwortlich durchzuführen und gemeinsam zu reflektieren, sowie ein wertvolles Feedback von Evelyn Beck, einer erfahrenen Grundschullehrerin und Mitarbeiterin des Lehrstuhls, zu bekommen.

Gleichzeitig bereitet das Sommercamp die Lehramtsstudierenden schrittweise auf die Anforderungen im Lehreralltag (Heterogene Klasse, Jahrgangsmischung und Ganztagsbetreuung) vor, indem sie eigenständig eine Schülergruppe von 08.00 – 16.00 Uhr betreuen.

Ein tolles Ritual und Gemeinschaftserlebnis war das morgendliche Warm-Up. Ebenfalls ein Highlight: die Bioforschertage, die in Kooperation der Biologiedidaktik und des Lehrstuhls DiDaZ vorbereitet und von Studierenden der Biologie unter der Leitung von Frau Waßmuth durchgeführt.

Fazit: Das Sommercamp war erneut ein Erlebnis und eine Erfahrung für alle Beteiligten, das wir als Bürgerstiftung Nürnberg gern finanieren. An dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an alle beteiligten Mitarbeiter*innen der FAU Erlangen-Nürnberg/DiDaZ für ihr Engagement und ihren Einsatz.

(Testgestaltung unter Verwendung eines Berichtes von Evelyn Beck und Evelina Winter, FAU Erlangen-Nürnberg/DiDaZ - Original siehe hier)

Zur Information: hier unser Flyer zum Sommercamp 2017

Zwei Wochen lang bereitete den Kindern das Sommercamp großen Spaß. "Man lernt Wörter, die man im normalen Unterricht noch nicht gelernt hat", sagte eine Teilnehmerin.

Das diesjährige Motto lautete "Wie forschen Forscher?". Im Mittelpunkt stand die Arbeit von Biologen, Sprachwissenschaftlern und Historikern. Die zahlreichen interaktiven Experimente wurden von Nürnberger Lehramtsstudenten konzipiert.

Unter den fast 60 teilnehmenden Schülern waren auch 20 Kinder aus Flüchtlingsunterkünften. Vier unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterstützten die studentischen Lehrkräfte bei der Organisation des Camps. Die fließend Deutsch sprechenden Flüchtlinge hatten eine Vorbildfunktion für die Kinder, die vorwiegend aus arabisch- und russischsprachigen Ländern sowie der Türkei kamen.

In ihrer Ausgabe vom 22.08.2016 berichteten die Nürnberger Nachrichten / Nürnberger Zeitung  über den erfolgreichen Verlauf des Projektes. Hier können Sie den Artikel im Internet lesen.

Das Sommercamp 2015 fand im Zeitraum vom 03. bis 14. August 2015 unter dem Motto: "Meine Stadt und ihre Geschichten" im Martin-Behaim-Gymnasium statt.

Ausgehend von den Fragen:

  • Ist Nürnberg deine neue Heimat?
  • Bist du  schon viele Jahre hier?
  • Bist du vielleicht sogar in Nürnberg geboren?
  • Willst du deine Deutschkenntnisse mit Spaß verbessern?
  • Willst du neue Freunde kennenlernen?

ging es zwei Wochen lang auf Spurensuche in Nürnberg. Historische Orte wurden besucht und spannende Geschichten erzählt. Interessante Fragen wurden geklärt wie z. B.

  • Gibt es unter der Stadt geheime Wege?
  • Wie haben die Menschen im Mittelalter in Nürnberg gelebt?
  • Was wurde 1835 in Nürnberg gefeiert?

Die Schüler und Schülerinnen entdecken die Geschichte und die Kultur unserer Stadt Nürnberg und verbesserten dabei spielerisch ihr Deutschkenntnisse.

In einem Abschlussfest wurden Eltern und Freunden die selbstgemachten Geschichten, Hörspiele, Lieder, Bilder und Texte mit viel Freude und Spass präsentiert.   

Die bewährte Veranstaltung zum Deutschlernen und dabei Spaß haben fand auch 2014 wieder in der Konrad-Groß-Mittelschule statt. Voller Erwartung standen die 60 Kinder am ersten Ferientag der Sommerferien auf dem Schulhof und warteten, dass es endlich losgeht.

Ein Ausflug in den Klettergarten von Hubert Schwarz war das erste Highlight des Sommercamps 2014. Mut und gegenseitiges Vertrauen waren gefragt und wurden gefördert.

Den 60 Kindern aus 14 Nationen gelang es schnell ein gutes soziales Klima untereinander aufzubauen. Die weltpolitische Lage wirkte sich auch im Sommercamp aus. Es waren Flüchtlingskinder aus Syrien dabei, die kaum Deutsch konnten und die liebevolle und geduldige Zuwendung der angehenden Lehrerinnen genossen. Auch spanische Kinder, deren Eltern gerade eine Arbeitsstelle in Nürnberg angenommen forderten das pädagogische Geschick der jungen Studierenden heraus. Besonders die Uni-Tage mit den chemischen und biologischen Experimenten forderten und förderten die Sprachkenntnisse und die Neugierde der jugendlichen Forscher.

"Wir freuen uns auf das nächste Sommercamp"- so die einhellige Meinung von Kindern, Eltern und Studierenden. „Es ist ein tolles Projekt, das auf der langjährigen gemeinsamen Erfahrung von BSN, DiDaZ (FAU), dem Jugend- und dem Schulamt beruht und durch die Treue der  ebenfalls langjährigen Sponsoren wäre das Projekt in dieser Form gar nicht möglich.  Ein großer Dank an alle.

"Wir machen weiter – zum Wohl der Kinder."

Heinrich Mosler

Heinrich Mosler
Ehemaliger Präsident der Handwerkskammer für Mittelfanken

"'Demokratie lebt vom Ehrenamt' hat Theodor Heuss, der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, einmal gesagt. Das galt damals und ist auch heute noch richtig. Das gilt für ein ganzes Land wie auch für jede Gemeinde. Und für das Handwerk genauso. Darum bin ich froh, dass es Einrichtungen wie die Bürgerstiftung Nürnberg gibt. Gerne unterstützt deshalb die Handwerkskammer für Mittelfranken im Rahmen ihrer Möglichkeiten die engagierte Arbeit der Bürgerstiftung Nürnberg."