Gemeinsam ankommen in unserer Stadt

Ausgebildete Migrantinnen begleiten Kinder einer Erstaufnahmeeinrichtung und ihre Eltern auf dem Weg  in den deutschen Alltag.

Die Ausgangslage:

In der Witschelstraße 73, einer Dependance des Ankerzentrums Zirndorf leben aktuell 146 Asylsuchende, darunter 67 Kinder. Die meisten von ihnen sind jünger als 10 Jahre. Viele Bewohner haben keinen Anspruch auf Integrationsangebote, der Zugang zu externen Bildungs- und Freizeiteinrichtungen ist eingeschränkt. Für Schulkinder beginnt die Schulpflicht erst drei Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland, aber einige besuchen schon jetzt Deutschklassen in den Stadtteilschulen. Die kleinen Kinder (0-6 Jahre) haben kein Anrecht auf einen Platz in einer Kita. Einen Helferkreis gibt es nicht.

Unsere Entscheidung:

Familien trotz dieser prekären Lage das Ankommen in unserer Stadt zu erleichtern und die Schul-/Vorschulkinder bei ihrem Start in die deutsche Schule zu unterstützen ist zentrales Anliegen unseres Projekts. Das Angebot richtet sich deshalb an asylsuchende Familien mit Kindern von 5 bis 12 Jahren.

Die Realisierung:

Zehn speziell ausgebildete Frauen mit eigener Migrations- und/oder Fluchterfahrung unterstützen als „Lernbegleiterinnen“ ehrenamtlich neuzugewanderte Familien  aus der Erstaufnahme-Einrichtung Witschelstraße 73  in der Lernwerkstatt (dreimal wöchentlich) und bei Workshops für Eltern und Kinder. Sie organisieren Feste und kleine Ausflüge und beraten Eltern zu Fragen von Schule und Erziehung. Als „Expertinnen für gelungene Integration“ motivieren sie die Neuzugewanderten, gemeinsam mit ihren Kindern zu lernen, die Angebote des Stadtteils wahrzunehmen, Unterstützungssysteme kennenzulernen und zu nutzen. In verschiedenen Trainings wurden sie auf diese Aufgabe vorbereitet.

Die vielfältigen Angebote (Lernwerkstatt, Workshops für Eltern und Kinder, Stadtteilspaziergänge) ermöglichen Eltern und Kindern schon früh erste Einblicke in den Familienalltag in Deutschland. Sie erfahren Wertschätzung und Anerkennung, lernen selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln. Sie kommen an in unserer Stadt. Seit September 2018 besuchen 20 bis 25 Kinder zwischen 5 und 12 Jahren regelmäßig die Lernwerkstatt. Einige Kinder werden von ihren Müttern begleitet.

Lerninhalte aus den früheren Projekten fließen hier ein. Detaillerte Informationen erhalten Sie zu den jeweiligen Angeboten unter:

Bilder sagen mehr als 1.000 Worte. Daher hier einige optische Impressionen unserer Arbeit.

Wir benötigen Ihre Unterstützung:

Für unsere Arbeit brauchen wir ehrenamtliche Helfer! Gesucht werden pädagogisch interessierte Frauen, die sich vorstellen können, im Team ehrenamtlich mitzuarbeiten. Das können gerne auch Geflüchtete mit ausreichenden Deutschkenntnissen sein. Kontakt: Traudl Morck (morck-nbg‎@‎t-online.de)

 

Abschließend eine sehr freudige Nachricht:

Das Projekt wurde in diesem Jahr gleich zweimal ausgezeichnet und zwar

  • im Rahmen des Förderpreises "Aktive Bürgerschaft 2019" mit einem Preisgeld von 1.000 €

und

  • durch die N-ERGIE, die jährlich zehn Projekte mit 20.000 € fördert, mit einer Projektunterstützung von 1.500 €.

Ausführliche Informationen zu den Ehrungen finden Sie hier.

Prof. Dr. Magdalena Michalak

Prof. Dr. Magdalena Michalak
FAU Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Didaktik des Deutschen als Zweitsprache/ Department Fachdidaktiken (Foto: FAU/Georg Pöhlein)

"Das Sommercamp bietet eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten in der Region: Die SchülerInnen können ihre sprachlichen und allgemeinen Kompetenzen erweitern und lernen mit der deutschen Sprache selbstbewusst umzugehen. Die studentischen Förderlehrkräfte sammeln wertvolle Praxiserfahrungen, die sie in ihrem späteren Berufsleben nutzen können. Das Projekt bietet uns auch die Möglichkeit, neue didaktische Ansätze für Deutsch als Zweitsprache und  den sprachbewussten Unterricht zu entwickeln und zu erproben."